Tallit Katan mit Zizit
Veitshöchheim
ca. 18. Jahrhundert
Wolle, Leinen
H 60 x B 40 cm
Jüdisches Kulturmuseum Veitshöchheim

Gebet, meist im Morgengottesdienst, umgehängt wird. An dem Schal sind vier Quasten befestigt, die Schaufäden genannt werden (hebr. „Zizit“). Das Gebot des Tragens von Schaufäden bezieht sich auf Num 15:38. Die Zizit sollen an Gottes Gebote erinnern.
Traditionell sind in den Talitot (hebr. plural „kleiner Umhang“) blaue Streifen eingewebt. Für den Tallit Katan aus Veitshöchheim wurden aus pragmatischen Gründen andere Stoffe verwendet, weil teilweise nicht auf das traditionelle blau zurückgegriffen werden konnte. Das blau kommt nicht mehr in dem Kleidungsstück vor und zeigt, wie sich jüdisches Leben in Franken an lokale Bedingungen anpasste und dadurch veränderte.
Auch in Aschaffenburg gibt es eine lange jüdische Geschichte: Seit dem 13. Jahrhundert lebten dort Jüdinnen und Juden. Ein Tallit gehörte, abhängig von der jeweiligen religiösen Praxis, vermutlich ebenfalls zu ihrer Kleidung.
Foto: Johanna Weiß