Riespapier

Johannes Follmer
Homburg
2026
Jeans-Stoff
H 48,5 x B 59 cm
Museum Papiermühle Homburg

Der Fremdgänger aus der Papiermühle Homburg zeichnet sich durch zwei markante Dinge aus: Die blaue Farbe und das Wasserzeichen, das den Namen des Kunden wiedergibt. Papiermacher kennzeichneten ihre Produkte durch Wasserzeichen, jede Papiermühle hatte ihr eigenes Zeichen als eine Art Geschäftsmarke des Papiermüllers. Darüber hinaus gab es Wasserzeichen, die von mehreren Papiermühlen verwendet wurden und bestimmte Papierqualitäten und Formate angaben.

Riespapier wurde aus farbigen Lumpen hergestellt, die zur Herstellung feiner weißer Blätter nicht genutzt werden konnten. Nach dem mühsamen Herstellungsprozess sortierte und zählte der Papiermüller das Papier, um anschließend die Bögen zu einem „Buch“ zusammenzulegen und zu falzen. 20 Buch, die zwischen 480 bis 500 Bogen enthielten, wurden mit Bindfaden zu einem Paket verschnürt. Diese handelsübliche Form nannten die Hersteller ein Ries.

Der im Siebold-Museum ausgestellte, handwerklich geschöpfte Bogen wurde mit einem historischen Sieb der Papiermacherfamilie von Johannes Follmer aus einer alten Jeans frisch aus der Bütte geformt. Er ist im Siebold-Museum in der Dauerausstellung zu sehen, wo er zu den historischen Drucken und Büchern, die zur Familiengeschichte der Siebold gezeigt werden, in Verbindung tritt.


Foto: Johannes Follmer, Papiermühle Homburg