Kelch

Künstler unbekannt
wahrscheinlich Wien
1450-1500
Silber, vergoldet
H 18,6 cm
Museum Johanniskapelle Gerolzhofen

Der wahrscheinlich aus Wien stammende vergoldete Silberkelch ist Teil der Kunstsammlung der Diözese Würzburg. Während die Kuppa und der Fuß des Stückes schlicht gehalten sind, ist der auffällige sogenannte Nodus in der Mitte des Schafts mit eingravierten Blüten und Blättern verziert. Ober- unterhalb des Nodus sind die Worte „IHESVS“ und „S MARIA“ eingraviert, Jesus und (Heilige) Maria. Silberobjekte wurden vor dem Verkauf einer strengen Prüfung unterzogen. Daher befinden auf Gegenständen aus diesem Edelmetall Beschauzeichen, die für Qualität bürgen und Hinweise auf den Entstehungsort und den Silberschmied zulassen. Bei dem hier ausgestellten Kelch ist die Zuordnung nicht eindeutig, ein W im Boden des Kelches könnte jedoch für die Stadt Wien verweisen.

Ein Messkelch ist zwar nicht dafür gedacht, übermäßig Alkohol zu konsumieren. Vergleichbare Trinkgefäße kann man sich aber auf einer Tafel in geselliger Runder vorstellen, deren alkoholischer Inhalt sicherlich dazu geführt hat, dass der ein oder andere am nächsten Tag „blau gemacht“ hat. Daher nimmt der Fremdgänger im Henneberg-Museum Münnerstadt einen besonderen Platz im Themenbereich „Handwerk“ ein.


Foto: Tobias Grill