Schach, Vers und Wein – von moderner Kunst, mittelalterlichen Epen und Bürgstadter Wein

eine ungewöhnliche Weinprobe mit Vortrag bei den Museen der Stadt Miltenberg

Ein Gespräch mit Andrea Brandl, Direktorin der Kunsthalle Schweinfurt und Paul Fürst, Spitzenwinzer vom Untermain. Mit anschließender Weinprobe

Details:

Die Burgen des Hohen Mittelalter sind Zentren höfischer Kultur gewesen. Beredtes Zeugnis liefern dafür die Gamburg in Tauberfranken, die Wildenburg im Odenwald sowie die Burg Botenlauben in der Rhön. Die Burg auf dem Wildenberg rückt ins Zentrum des weltberühmten Epos „Parzival“ des Minnesängers Wolfram von Eschenbach so wie die Burg Botenlauben hoch über Bad Kissingen der Stammsitz des Minnesängers, Politikers und Kreuzfahrers Otto Graf von Henneberg wird. Er wiederum erfährt bleibende Erwähnung in Hugo von Trimbergs „Der Renner“. Zusammen mit Walter von der Vogelweide sind sie in der wohl berühmtesten illustrierten Liederhandschrift, dem „Codex Manesse“, in der Heidelberger Universität verewigt. In den repräsentativen Saalräumen der Burgen ist sicherlich auch das Spiel der Könige gespielt worden, nämlich Schach, belegt durch die Illustrationen im Codex Manesse, wo Markgraf Otto von Brandenburg „mit dem Pfeil“ in Begleitung seiner Minne bei eben diesem Brettspiel abgebildet sind.

Otto von Botenlauben und Richard Mühlemeier stammen aus der gleichen Gegend, der „kargen“ Rhön. Beide sind in ihrer jeweiligen Vita Cosmopoliten gewesen und dennoch der Heimat Franken eng verbunden. Wie sich im Leben des Politikers und Minnesängers Orient und Okzident verbinden so verschmilzt im Werk des zeitgenössischen Bildhauers die Antike und Franken. Der als Leihgabe der Kunsthalle Schweinfurt im Prachtsaal der Mildenburg im Rahmen von „Kunst geht fremd“ ausgestellte, spielbare Schachtisch verbindet in nahezu idealer Weise diese kulturhistorischen Zusammenhänge.

Aber auch die von Paul Fürst, dessen Weingut ganz in der Nähe der Wildenburg liegt, kreierte Cuvée „Parzival“ aus Spätburgunder, Domina und Cabernet steht in Anlehnung an Wolfram von Eschenbachs berühmtes Epos für die große Kunst, Tradition und Moderne, Regionales und Fernes zu verbinden. So fügen sich Architektur, Kunstobjekt und leiblicher Genuss zu einem Gesamtkunstwerk aus unterschiedlichsten Epochen!

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