Vierteilige Schulwandbild-Serie
„Der Wolf und die sieben Geißlein“

Entwurf Oskar Herrfurth, Verlag Pestalozzi-Fröbel, Leipzig
1920er Jahre
Papier, Metall und Textil
72 x 47 cm
Museen Schloss Aschach

Foto: Josefine Glöckner, Museen Schloss Aschach

Als die Geiß erkannte, dass der Wolf sechs ihrer Geißlein gefressen hatte und nur das jüngste verschont geblieben war, weinte sie entsetzlich. Dann aber entdeckte sie den schlafenden Wolf auf der Wiese und sah, dass sich etwas in seinem Bauch regte. In der Hoffnung, ihre Geißlein noch retten zu können, nahm sie all ihren Mut zusammen, und schnitt dem Wolf den Bauch auf. Und tatsächlich: nach und nach kletterten alle Geißlein heraus. Gemeinsam füllten sie den Bauch des Wolfs mit Steinen. Als der Wolf ausgeschlafen hatte, ging er zum Brunnen, um zu trinken. Wegen der schweren Steine fiel er aber in den Brunnen und ertrank.

Die Reihe "Der Wolf und die sieben Geißlein" zeigt vier Symbolszenen des Märchens. Anhand dieser besprachen Lehrkräfte das Märchen mit den Kindern.

Schulwandbilder gehörten ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts für knapp 100 Jahre zu den wichtigsten Lehrmitteln. Märchendarstellungen kamen häufig vor, da sie an die Lebenswelt der Kinder anknüpften und der ästhetischen, sprachlichen und moralischen Erziehung dienten. „Der Wolf und die sieben Geißlein“ lehrte die Kinder unter anderem, niemals die Hoffnung aufzugeben, denn kluges Denken und Handeln kann das scheinbar Unmögliche möglich machen.

Das Heimatmuseum Ebern zeigt die Serie im ehemaligen Arbeitszimmer eines Schulleiters. Dort steht auch der rettende Ort für das siebte Geißlein: die Standuhr.


Alle Teile der Serie

Schulwandbild-Serie "Der Wolf und die sieben Geißlein". Fotos: Josefine Glöckner, Museen Schloss Aschach
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