Römische Kleinfunde

aus germanischen Siedlungen in Unterfranken
1.- 3. Jahrhundert n. Chr.
Frankenwinheim, Baldersheim, Hopferstadt, Geldersheim
Bronze
Höhe 4-8 cm
Museum für Franken, Würzburg

Foto: Benjamin Spies

Vom 1. bis ins 3. Jahrhundert n. Chr. war Unterfranken ein Grenzland. Das Untermaingebiet war Teil des Römischen Imperiums, während östlich des Spessarts Germanen siedelten. Entlang der Grenze ihres Reiches errichteten die Römer den Limes. Dieser trennte zwei völlig unterschiedliche politische, kulturelle und wirtschaftliche Systeme. 

Trotz dieser Unterschiede bestanden rege Kontakte zwischen Römern und Germanen. Davon zeugen insbesondere die hier gezeigten römischen Bronzeobjekte, die in germanischen Siedlungen entlang des Maindreiecks gefunden wurden. Diese Bronzen können dabei auf  unterschiedlichen Wegen über den Limes gekommen sein. Eine wichtige Rolle spielte insbesondere der lokale Grenzhandel. Daneben dienten aber auch germanische Söldner im römischen Heer und brachten nach Ende ihres Dienstes häufig kleine Bronzeobjekte als Andenken mit in ihre Heimatdörfer. Vor allem am Übergang zur Völkerwanderungszeit kam es schließlich vermehrt zu Beutezügen germanischer Gruppen in den römischen Provinzen. Die Wirren dieser Zeit führten schließlich auch zum Fall des Limes und dem Ende des Römischen Imperiums. 

Im Museum Terra Triassica Euerdorf werden die römischen Kleinbronzen zusammen mit erdmittelalterlichen Funden gezeigt. Obwohl die Objekte aus unterschiedlichen Zeitaltern stammen haben sie doch ihre Gemeinsamkeiten in der Fundregion.