Hutkoffer

um 1950
Leder, Metall, Papier
Museen der Stadt Aschaffenburg

Hutkoffer mit Aufklebern versehenFoto: Sabine Denecke, Museen der Stadt Aschaffenburg

Der Hutkoffer gehörte Georg Günther (1910 Berlin - 1965 Aschaffenburg), der als Maschinenbau-Ingenieur nicht nur beruflich, sondern auch privat viel unterwegs war. Mit großer Begeisterung ist er auf Reisen gegangen, sehr gerne auch zum Bergsteigen in die Alpen. Wie es in der damaligen Zeit üblich war, trug er immer einen Hut, in der Freizeit legere Strohhüte. Schon um 1950 war es ihm möglich, sich ein Auto zu leisten und mit der ganzen Familie in den Urlaub zu fahren. 

Die vielen bunten Aufkleber auf den Seiten des Koffers zeugen von den verschiedenen Reisezielen und den Vorlieben seines Besitzers: Südtirol, St. Gotthard, Innsbruck, Zürich, Heilgenblut am Großglockner, Isola Bella, Lago Maggiore, Cortina, Misurina (Dolomiten), Passo Giovo (Jaufenpass), Klausenpass, Badgastein, Salzburg, Venedig, Thalwil (bei Zürich).

Georg Günther starb 1965 bei einem Autounfall. Seine Tochter Annelie (* 1947) hat seinen Koffer weiterbenutzt, ebenfalls für den Transport von Hüten, aber auch von Badesachen. Sie hat ihn stets in Erinnerung an ihren Vater in Ehren gehalten und 2016 beschlossen, ihn an das Museum zu übergeben.

Im Jüdischen Kulturmuseum in Veitshöchheim wird der Koffer im Themenumfeld „Bleiben oder Gehen“ gezeigt.