Heilwasserflaschen

Ragozi Gebr. Bolzano Kissingen, 1825-1855, Ton, 28 x 8,7 cm
Rakoczy E. Maulick, nach 1855, Ton, 31 x 9 cm
Bitterwasser, nach 1856, Ton, 24 x 10 cm
Städtische Sammlungen Bad Kissingen

Foto: Heinrich Hacker

Heilwasser aus Bad Kissingen wurde in der ganzen Welt getrunken. Schon im 16. Heilwasser wurde es in Steinzeugflaschen gefüllt und auf Bestellung über Land getragen. Die Empfänger saßen in Würzburg, Bamberg, Nürnberg oder im hessischen Bad Hersfeld. Hergestellt wurden die Flaschen zunächst in Kissingen. Die Abfüllung erfolgte durch den von der Stadt beauftragten Brunnenwart.

1767 siedelte Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim Töpfer aus dem „Kannenbäckerland“ in Oberbach/Rhön an, um den Flaschenbedarf zu decken. Seitdem trugen die Steinzeugflaschen ein eingebranntes Herkunftszeichen. Nach dem Übergang des Hochstifts Würzburg und damit auch Kissingens an das Königreich Bayern verpachtete der Staat 1825 den Mineralwasserversand an die Brüder Ferdinand und Peter Bolzano. Sie vermarkteten das Wasser aus der Rakoczy-, Pandur- und Maximiliansquelle und errichteten in aller Welt Verkaufsstellen. 1829 verließ eine halbe Million Flaschen Kissingen. Die eingebrannten Zeichen „Koenigreich Bayern. Rakoczy –Gebr. Bolzano Kissingen“ waren in St. Petersburg und Rio de Janeiro bekannt. Sie trugen zum Weltruhm Kissingens bei. 

Im Museum für Franken werden die Objekte zusammen mit hochwertigem Kunsthandwerk des 19. Jahrhunderts im „Steinsaal“ gezeigt.