Beckenschlägerschüssel 
„Die Verkündigung des Engels Gabriel an Maria“

Nürnberg
um 1500
Messing
Durchmesser 39,5 cm
Kunstsammlungen der Diözese Würzburg

Foto: Thomas Obermeier

Das Hinübertreten des Engels Gabriel aus der himmlischen Sphäre in die irdische Gegenwart Mariens gehört zu den häufig dargestellten Themen der christlichen Kunst. Seine Worte, mit der er Maria verkündet, dass sie die Mutter Gottes sein wird, das „Ave Maria“, formten eines der grundlegenden Gebete für die Gläubigen. Biblische Szenen gehörten zu den gebräuchlichen Bildmotiven der weit verbreiteten Nürnberger Beckenschlägerschüsseln, die in Matrizen geschlagen wurden. Als Handwaschbecken waren sie repräsentative Haushaltsgegenstände. In Kirchen verwendete man sie als Taufschüsseln oder Kollektenteller. 

Die Schüssel war sichtlich lange in Gebrauch, denn durch das häufige Reinigen und Polieren sind die Details des Bildmedaillons verschliffen. Doch ist die Szene noch deutlich zu erkennen: Rechts sitzt Maria, auf deren Schoß ein offenes Buch liegt, in dem sie gelesen hat. Ihr gegenüber kniet der Engel, der in der rechten Hand einen Botenstab hält. Zwischen beiden steht eine Vase mit Blumen, darin Lilien, den Symbolen jungfräulicher Reinheit. Darüber schwebt mit ausgebreiteten Flügeln der Heilige Geist in Gestalt einer Taube.

Im Stiftsmuseum in Aschaffenburg wird die Schüssel um Umfeld mittelalterlicher Skulpturen und Bildwerke gezeigt.