„Grüß mir Schweinfurt“

Thomas Baumgärtel und Harald Klemm
2006
Kunstharzlack und Acryl auf Leinwand
35 x 70 cm
Kunsthalle Schweinfurt

© VG BildKunst 2022
Foto: Maria Schabel, Kunsthalle Schweinfurt

Bereits seit 1999 arbeiten Thomas Baumgärtel und Harald Klemm an einem Zyklus von Werken, der den Namen „Deutsche Einheit“ trägt. Nicht nur ihre eigene Rolle als Zeitzeugen, sondern im Falle von Klemm auch als Betroffener, dessen Familie zerrissen wurde, motivierte die beiden zu diesem Schritt.

Sie kommentieren aus dem Blickwinkel der zeitgenössischen Kunst die jüngere deutsche Geschichte, die geprägt ist von der trennenden Mauer und den Versuchen ihrer Überwindung. Und sie erinnern uns außerdem daran, dass am sogenannten „Eisernen Vorhang“ nicht einfach nur Menschen, sondern auch konkurrierende Systeme und Ideologien aufeinanderprallten – mit bis heute nachwirkenden Folgen.

Im kollektiven Gedächtnis haben sich zu den Ereignissen rund um die deutsch-deutsche Teilung zahlreiche Bilder eingeprägt. Die beiden Kölner Künstler bedienen sich dieser Ikonen und Sprachbilder und setzen sich so – immer auch mit einer ordentlichen Prise Humor – kritisch mit Vergangenheit und Gegenwart gleichermaßen auseinander. Leben wir heute tatsächlich in einem geeinten Deutschland? Ist der „Kalte Krieg“ wirklich zu Ende? Klemm und Baumgärtel lassen uns diese Fragen immer wieder neu durchdenken.

Im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen wird der Bezug des Schablonen-Graffitis zur deutschen Teilung besonders deutlich. Die Region verlor mit der Grenzziehung 1945 jegliche Beziehungen nach Thüringen.